dummheit, nicht zugehört oder absicht?

der dieburger anzünder, äh, anzeiger schreibt zur abstimmung in der stadtverordnetenversammlung über das finanzamt auf dem postgelände, dass die grünen sich enthalten hätten. von den fünf anwesenden grünen stadtverordneten haben drei dagegen gestimmt und zwei sich enthalten. bei diesem revolverblatt unterstelle ich absicht.

dieburg hofft auf die s-bahn

wirklich? da wird mal wieder die s-bahnsau durchs dorf getrieben. eher eine typische forderung von provinzpolitikern, die selbst kaum die öffies benutzen. was will der gemeine dieburger auch in dietzenoffenbach? ok, der turm auf dem wingertsberg.

anlass ist eine pressemitteilung des rmv. der eigentliche hit an der planung des rmv, zumindest für dieburg, ist die vorgesehene kreuzung in eppertshausen, welche einen halbstundentakt über die dreieichbahn nach frankfurt möglich macht. was allerdings wiederum mit einer s-bahn (bis dieburg) kollidieren würde, es sei denn es gibt einen alternierenden halbstundentakt, d.h. jeweils stündlich buchschlag/dietzenbach – dieburg. überhaupt hat pro bahn vor über 20 jahren anlässlich der erneuerung der dreieichbahn schon kritisiert, dass diese nicht elektrifiziert wurde.

mindestfahrzeiten, z.t. geschätzt

strecke ffm hbf
di rb61 0:48
di rb61 – or s1 1:23
di rb61 – buschl s3 1:05
di rb75 – da rb60 0:38 o.g.
di rb75 – da rb60 0:44 sporad.
di s2 geschätzt 1:00

das stellt sich aus dieburger (münsterer, eppertshäuser, oberröder) sicht etwas anders dar, wenn mensch mehr östlich vom frankfurter hbf hin will, z.b. zur hauptwache.

der dgb macht auch digge bagge. „nach einschätzung/ansicht des dgb“ wird für einen halbstundentakt der s1 auf der strecke bis dieburg nur elektrifizierung der strecke, verlängerung und erhöhung der bahnsteige (d.h. keine kreuzung in eppertshausen) benötigt. bei der modernisierung der dreieich-/rodgau-bahn 1998 sind alle bahnsteige erhöht worden, vermutlich wird niemand das geld investieren wollen, die bahnsteige auf vollzug- oder gar langzuglänge zu verlängern.

derzeit beträgt die fahrzeit (mit dieseltriebwagen) laut fahrplan von dieburg nach ober-roden 17 min. unterstellen wir mal, dass sich die fahrzeit durch das höhere beschleunigungsvermögen der elektrotriebwagen auf 14 min drücken lässt, wäre das immernoch spitz auf knopf, die fahrzeit der dreieichbahn im wechsel (s.o.) bliebe bei 17 minuten und für betriebsfahrten wäre auch kein platz. und nebenbei, von ober-roden bis ffm hbf braucht die S1 10 minuten mehr als die rb61 auf der dreieichbahn.

nachtrag februar, nachdem ich die „Potenzial- und Machbarkeitsstudie Verlängerung einer S-Bahn bis Dieburg“ gelesen habe. bei den dort untersuchten varianten 1 (verlängerung S1) und 2 (verlängerung S2) entfallen die umsteigefreien direktverbindungen (wohlgemerkt die schnellsten) über die dreieichbahn nach Ffm hbf zugunsten der s-bahn. dem gegenüber favorisiere ich ganz klar die variante 4, „Halbstundentakt Dreieichbahn“. leider ist den provinzpolitikern das image des s-bahn-anschlusses wichtiger als die tatsächliche qualität des angebots.

achja, kosten. variante 1: 28 mio, 2: 63 – 90 mio, 4: 35 – 85 mio, das beste kosten-nutzen-verhältnis hat allerdings variante 2.

ein anderes, aber mindestens genauso großes problem sehe ich in der fehlenden direktverbindung in die bürostadt niederrad. an dem im zuge des s-bahnbaus vor bald 50 jahren stillgelegten bahnhof niederrad können die züge aus richtung neu-isenburg, die die runde durch den stadtwald drehen, nicht mehr halten. ein ergebnis davon lässt sich jeden werktag morgens auf der a5, abfahrt niederrad beobachten. auch die regionaltangente west, wenn sie denn mal bis buchschlag gehen wird, bietet für genau dieses problem (umsteigefrei nach niederrad) leider keine lösung.

btw, mal wieder typisch darmecho: ein mindestens 13 jahre altes archivbild vom dieburger bahnhof zum thema.

rumgemaule zum jahresende

im dieburger anzünder, äh, anzeiger: passiert ist nichts. bei dem schreiber im kopf.
zum jahresanfang mault nun auch das darmecho mit, immerhin etwas mehr argumentierend, aber letztlich auch nur gemaule.

di punkt

ja, richtig, di punkt, nicht der punkt. genauer DI. das neue logo dieburgs wurde mit standing ovations begrüßt. ok, etwas übertrieben; mir wars nur irgendwie peinlich, was die werbefuzzies da im HFA aufgeführt haben. ich hab aber auch von anfang an nix von dem corporate identity bullshit gehalten. was macht dieburg so einzigartig? die fachwerkhäuser? gut, das war den dieburgern wohl auch zu dröge, zumal die umliegenden städte da mehr und besseres zu bieten haben, von städten woanders in hessen mal ganz abgesehen. das kfz-kennzeichen DI? „das kennzeichen der stadt dieburg“, wie die werbefuzzies es missverstanden haben? es geht hier nicht in die köppe, dass das das kenzeichen des ehemaligen landkreises dieburg (wg. dieburg als kreisstadt, aber nicht kreisfrei) war und heute ein zusätzliches kfz-kennzeichen des landkreises darmstadt-dieburg, nicht der stadt dieburg, ist. lustigerweise wars seinerzeit laut darmecho ein weiterstädter, d.h. aus dem ehemaligen landkreis DA, der als erster ein DI-kennzeichen hatte.

naja, vielleicht wird die neue website besser.

unabhängig von diesem gemeckere ist es aber schon so, dass dieburg von allen kleinstädten in der näheren und weiteren umgebung am meisten zu bieten hat. was mit den paar fachwerkhäusern und dem kfz-kennzeichen nix zu tun hat. wahrscheinlich eher damit, dass in den frühen sechzigern ein dieburger in bonn antichambriert hat, damit die neue post-ingenieurschule nach dieburg komme. im zuge dessen wurde im lauf der jahrzehnte aus dem ehemals tiefschwarzkatholischen etwas zurückgebliebenen provinzkaff eine doch urbane kleinstadt.

neues aus dem schlossgarten

endlich wird aus dem schlossgarten ein park, zumindest parkplatz, wenn es nach dem willen von cdu, spd und fdp geht. „parkplatzdruck“ – back to the 70ies.

der schlossgarten

 

oder: klein-schwetzingen und kein ende

es war einmal, da erschien den ratsherren einer südhessischen kleinstadt, manche von ihnen legen großen wert auf das attribut „mittelzentrum“, ein wichtel namens, naja, namen spielen keine rolle, nennen wir ihn mephisto, von der anderen seite des flusses und flüsterte ihnen ein: ich mach euch aus euerm verwilderten schlossgarten ein klein-schwetzingen, wie es die welt noch nicht gesehen hat. ihr müsst mir nur ein paar goldtaler aus eurer schatzkammer dafür geben.

mehr davon

er hatte nämlich zeichnungen davon gefunden, wie der park 200 jahre früher einmal ausgesehen haben musste und wollte sich ein denkmal setzen lassen, indem er diesen park für viel geld wieder anlegen lassen wollte; er war vernarrt in schlossgärten des 18. jahrhunderts. dabei ignorierte er geflissentlich, dass der schlossgarten sich in diesen 200 jahren zum einen durch teilweise verwilderung und wachsen neuer bäume, mittlerweile alte stattliche buchen und platanen übrigens, und anderer nutzung weiter entwickelt hatte und andererseits durch bebauung von seinem ursprünglichen umfang nicht mehr so richtig viel übrig war. das scherte ihn aber alles nicht, er wollte sein denkmal und konnte die ratsherren überzeugen, ihm auf ihre kosten den gefallen zu tun. ob die bürger dieser kleinstadt, äh, mittelzentrum, dies auch so wollten, interessierte niemanden. ein ratsherr sagte in diesem zusammenhang den satz: „wir wollen keinen bürgerpark!“

kurze zeit später kamen jedoch ein paar zugezogene, die mit einem kleinen teil der ratsherren bekannt waren, zu der überzeugung, dass es nicht im sinne der bevölkerung sei, den gewachsenen park zu beseitigen, nur um mephisto ein denkmal zu setzen. besagte paar ratsherren rückten daraufhin von den plänen mephistos ab. auch andere bürger wollten diesen kahlschlag nicht und engagierten sich in einer bürgerinitative. dies beirrte den obersten ratsherrn und seine freunde jedoch nicht und er ließ, direkt am tag nach der ratsherrenwahl alle bäume, es waren über 20 sehr alte linden an der sogenannten schiefen gasse fällen. es war ein bild zum gotterbarmen. danach wurde die schiefe gasse mit neuen linden bepflanzt, die mit ihrem kastenschnitt und dem dadurch hervorgerufenen eindruck eines langen grünen flures auch 20 jahre später nur scheiße aussehen.

nächster ort des geschehens war der sogenannte rechteckteich, umstanden von ebenfalls alten linden und in etwas heruntergekommenem zustand. statt dieses ensemble herzurichten wurden jedoch auch diese linden gefällt und der teich komplett neu gebaut. der sieht wie ein vorklär- und belebungsbecken einer kläranlage aus, so wirkt er auch, allerdings ist keine kläranlage dahinter. leider hatten sich an einem bürgerentscheid über diesen neubau nicht genügend bürger beteiligt, so dass das votum gegen diesen neubau nicht wirksam war; vielen bürgern der kleinstadt, äh, mittelzentrum, ist der schlossgarten auch schlicht egal, was das werk mephistos natürlich vereinfacht.

neuestes werk mephistos ist die sogenannte längsallee, für die wieder einige alte bäume fallen und fast 50 neu gepflanzt werden sollen.

für eine allee, die von einem bach zum anderen führt, man könnte auch sagen, von nirgendwo nach nirgendwo, länge ungefähr 112 meter, kosten ungefähr 300.000 neue europäische taler, es kann auch ruhig etwas mehr sein.

y colorín colorado este cuento no se ha acabado.

dieburg, im jahre des herrn 2017

update juli 2020

nach der jordanbrücke nun der jordantunnel. ok, nicht jetzt, in zwei bis drei „menschengenerationen“. man muss nur alle fünf jahre ein paar triebe kürzen, aber über den nach außen zeigenden augen, damit das mit dem tunnel was wird. ist ja nicht viel aufwand.

fußgänger(bettel)ampeln

fußgänger(bettel)ampeln

mensch + fahrbahn

warum eigentlich nicht mal umgekehrt: dauergrün für fußgänger*innen und grünanforderung für fahrzeuge per induktionsschleife? mehr davon

neun reine fußgängerbettelampeln habe ich in dieburg gefunden und eine, bei der der drücktaster tagsüber weitgehend funktionslos ist (auf meine initiative hin vor ungefährt zehn jahren), da die grünphasen durch den fahrzeugverkehr gegeben sind. kreuzung minnefeld-darmstädter-fuchsberg-steinstr. in der karte sind die wartezeiten angegeben, jeweils beim ersten drücken nach längerer rotphase und bei wiederholtem drücken nach grünphase.

denkmalschutz – durchgeknallt

dagegen ist die bahnsteighalle in darmstadt mit ihren nieten- und kassettenimitaten ja noch fast rational. mehr davon

an dem teil in der spitalstraße / ecke minnefeld wurde zuerst im obergeschoss rumgewerkelt und balkenteile erneuert und verschraubt, kaschiert mit holzstopfen. dann wurde der südliche teil des fachwerks entfernt sowie alle decken. das ganze wurde abgefangen und darunter das komplette erdgeschoss inklusive fundamente abgetragen und mit hochlochziegeln erneuert (aber nicht etwa gemauert, sondern ganz modern verklebt) und deckenbalken eingezogen. danach den südlichen teil des fachwerks neu gebaut. dann hat man wohl gemerkt, dass der dachstuhl nicht mehr zu retten ist und hat ihn abgetragen. da ist jetzt eine neue zimmerei zu gange, die wohl den neuen dachstuhl bauen soll.

vom ursprünglichen gebäude werden, wenn das alles mal fertig ist, in baustoffmasse gemessen höchstens 5 % im neuen haus drin stecken, eine handvoll eichenbalken.

irre! ich glaub der denkmalschutz hat was gegen dieburg und will sich rächen. aber wofür?

blicke übern tellerrand

in sachen radverkehr. eigentlich unvorstellbar, wie man heutzutage bei neubaumaßnahmen sowas noch planen kann.
mehr davon

münster

groß-umstadt. nur noch bekloppt.

richen. s. groß-umstadt

rossdorf. da ist hopfen und malz verloren.

oder doch nicht?

bekloppt gewesen in seligenstadt. man hat wohl irgendwie gemerkt, wie bekloppt das war und hat Vz240 weg gemacht und die breite trennlinie auf der fahrbahn unterbrochen

in den anderen drei oder vier kreiseln in der würzburger straße wird der radverkehr direkt auf der fahrbahn durch den kreisel geführt

kreisstadt dieburg

hawwewolle wollemer alles – kreishaus diebsüd-, awwer gebbe wollemer nix – kreisumlage etc. se hamms noch net kapiert, dass es seit 43 jahren keinen landkreis dieburg mehr gibt.

eine stimme in der svv: „natürlich gehört das kreishaus nach dibborsch!“ – hat wohl den schuss nicht gehört. und die lokalen revolverblätter, äh, qualitätsprintmedien dazu: „alle waren sich einig.“ nö. ich halte es nach wie vor für unfug.